Online Projekte
Projekte von Arbeitsgruppe PRUNK&PLASTE
Ich war Grundungsmitglied der Arbeitsgruppe PRUNK&PLASTE (2020-2025) . Ziel von PRUNK&PLASTE war es, Künstler*innen aus Darstellender und Bildender Kunst im Theater zusammenzubringen.
Der Arbeitsschwerpunkt von PRUNK&PLASTE lag auf einer (Theater-) Kunst, welche auf crossmediale Prinzipien in verschiedenen Variation aufbaut.
Dabei werden Bildende und Darstellende Kunst gleichwertig am Konzept beteiligt. Die Devise lautete: Themen durch crossmediales künstlerisches Arbeiten nah an die Menschen bringen. Und sich dabei zunutze machen, was einem das Handwerk und die Kreativität einer diversen Gruppe zur Verfügung stellt.
Die Gruppe erarbeitete in flexiblen Konstellationen Onlineformate, erprobte flachhierarchische Strukturen und entwickelte Erlebnisse, die Theater, Bildende Kunst, Spieldesign und Film verschmelzen lassen.
MEDEA.chor - Eine Online Installation von PRUNK&PLASTE
X UND EINE NACHT
2020
Online Erzählungsserie
Projektseite(Instagram)
Scheherazade erzählt dem König nachts eine Geschichte. Immer, wenn die Nacht zu Ende geht, unterbricht sie ihre Erzählung an einer derart spannenden Stelle, sodass der König ihre Hinrichtung aufschiebt, um die Fortsetzung zu hören.
Machen wir ein Foto. Fangen wir an, alltägliche Gegenstände zu beobachten. Und schreiben wir ihnen gemeinsam eine Geschichte zu. So entstand unsere kleine Erzählungsserie. Jede*r hinterlässt ein offenes Kapitel für morgen, damit wir noch einen Tag überleben - bis wir wieder ins Theater zurückkehren können.
Konzeption: Nanako Oizumi, Umsetzung: Prunk&Plaste
Jeden Abend teilt eine*r ein Foto, dazu erfindet der/die Nächste eine Geschichte, und macht ein neues Foto, das die Geschichte am Laufen hält.

Staffel4
Von und mit:
Sören Zweiniger
Insa Griesing
Nanako Oizumi
Peter Thiers
Theresa Welge
Mathilde Lehmann
Staffel10
Von und mit:
Insa Griesing
Mathilde Lehmann
Sören Zweiniger
Nanako Oizumi
Katharina Zerr
Sofia Korcinskaja
Staffel7
Von und mit:
Theresa Welge
Sofia Korcinskaja
Insa Griesing
Mathilde Lehmann
Sören Zweiniger
Katharina Zerr
Nanako Oizumi
Speziellfolge
Von und mit:
Mathilde Lehmann
Sören Zweiniger
Nanako Oizumi
Sofia Korcinskaja
MINIATUREN
2020
Wohnzimmertext in Serie von Peter Thiers
Projektseite
Arthur und Mina begegnen sich auf den Seiten von Peter Thiers, in seinem Wohnzimmer. Die beiden werden sich wöchentlich in Wohnungen der Kollektivmitglieder wiederfinden. Digital und in Farbe, ihr Schicksal in fremde Hände gelegt, geworfen zwischen Tastatur und Kamera.
Episode 2
Text: Peter Thiers Video: Nanako Oizumi
Arthur wühlt durch sein Bücherregal.
MINA Was tust du?
ARTHUR Ich kann mich erinnern, mein Tagebuch zwischen die alten Paperbacks gequetscht zu haben.
MINA Versuchst du immer noch, dich von der Tatsache zu befreien, dass du eine literarische Figur bist?
ARTHUR Wenn du nur hier antanzt, um Exposition zu verteilen, kannst du gleich wieder gehen.
MINA Um mir damit auch deinen verzweifelten Zusammenbruch entgehen zu lassen? Wohl kaum.
Mina setzt sich neben ihn und beginnt, eine Klappstulle zu essen.
ARTHUR Woher hast du auf einmal-
MINA Scheinbar hatte jemand das Gefühl, dass das hier länger dauern würde. Lass dich nicht ablenken, Arthur. Tagebücher! Such!
Arthur wirft achtlos einige Bücher aus dem Regal. Dann zieht er ein altes, schwarzes Notizbuch hervor und öffnet es. Es ist leer, voller unbeschriebener Seiten. Mina sieht ihm über die Schulter.
ARTHUR Das kann nicht-
MINA Hm. Hätte man ahnen können.
ARTHUR Aber ich erinnere mich, in dieses Tagebuch zu schreiben, ich erinnere mich, es in dieses Regal reinzustopfen, ich-
MINA Vielleicht ist es einfach nur Faulheit?
Arthur sieht sie fragend an.
MINA Na, ich bin keine Autorin, aber mir scheint es recht schlüssig, eine Figur wie dich zu schreiben, die tiefgründig wirkt, weil sie ein riesiges Regal voller Bücher besitzt und täglich Tagebuch führt. Aber diese Tagebücher tatsächlich mit Inhalten füllen? Ganz anderes Kaliber. Zumindest was den Arbeitsaufwand betrifft.
Stille.
ARTHUR In diesem Tagebuch war meine Lebensgeschichte.
MINA Kannst du das Pathos vielleicht ein My, nur ein My, zurückfahren? Für dich wirkt das vielleicht hochdramatisch, in Wahrheit ist es lediglich bemüht und schwer zu ertragen.
Mina beißt erneut in das Brot in ihrer Hand. Weiche, ofenwarme Scheiben, denen zwei zwischen Käse gelegte Salatblätter genau die richtige Bissfestigkeit verleihen.
MINA (kauend) Du solltest lernen, im Moment zu leben, mit den Dingen, die dir gegeben werden, und dich in Vergangenheit und Zukunft nicht zu sehr verbeißen. Sei froh, dass du kein Archetyp bist. Du hättest einer dieser verbissenen 60er-Jahre-Männer sein können, das beständige Zentrum deiner vierköpfigen Familie, hart in der Ausführung der eigenen Interessen, aber immer im richtigen Augenblick verletztlich genug, um nicht als vollkommener Bösewicht zu erscheinen - nur um schlussendlich im großen, von Pathos getränkten Moment, der dunklen Nacht deiner Seele, ein faustgroßes Loch in deinem Badezimmerspiegel zu hinterlassen, die Scherben und das Blut zwischen deinen Knöcheln regungslos anzusehen, und in eine düstere, melancholische Stimmung zu verfallen, die gleichzeitig ein Abbild der langsam verfallenden Männlichkeitsideale im späteren zwanzigsten Jahrhundert ist. (Stille.) Stattdessen bist du (sie zögert) eben einfach nur du, Arthur. Hätte schlimmer kommen können.
MACBETH MACBETH MACBETH
2020
Projektseite

Shakespeares "Macbeth" entstand in Quarantäne - die Pest ging um. Nur wenige von uns sind buchstäblich in Quarantäne, aber bis auf Weiteres sind wir alle mit starken Einschränkungen unterwegs, Normalität bleibt relativ und bis wieder Theater stattfinden kann, dauert es leider noch eine Weile. Aber was sollen wir bis dahin machen?
Shakespeare erdachte sich eine Welt in freier Flur, und "Macbeth" kam raus, ein vielfach mordender Tyrann, der dem Wahnsinn verfällt. Wahnsinn kennen die meisten von uns schon, gute Grundlage, wir rufen also dem Spiegel entgegen "Macbeth! Macbeth! Macbeth!" und gucken, was passiert.
Dem Aufruf folgten über 30 Künstler*innen aus Stadttheater und Freier Szene. Spielregeln gab es nur drei:
1. Die Szene muss irgendwo in den eigenen vier Wänden gespielt werden.
2. Der vollständige Text muss zu hören sein.
3. Alle Freiheit in der künstlerischen Umsetzung und den Mitteln.
An dem Projekt beteiligten sich professionelle Künstler*innen aus Schauspiel, Oper, Performance, Film, Regie, Dramaturgie, Pädagogik, Bühne und Kostüm, aus Stadttheater und Freier Szene, aus St. Gallen, Bremen, Bern, Wien, Leipzig, München, Berlin und mehr. Alle Beteiligten erhielten eine Szene aus "Macbeth" und erarbeiteten sie in Eigenregie, um an einem Isolationsprojekt mitzuwirken, das sich erst im größeren Kontext vernetzt.
OnlinePremiere: 15.05.2020, 19:30 Uhr
Von und mit: Isabelle Becker, Ariana Emminghaus, Peter Fasching, Markus Foppe, Anna-Sophie Fritz, Guido Gallmann, Denis Geyersbach, Nadine Geyersbach, Insa Griesing, Bastian Hagen, Levin Handschuh, Christoph Heinrich, Nikolaij Janocha, Ralph Jung, Saskia Juliane Kummle, Katharina Lackmann, Mathilde Lehmann, Franz-Erdmann Meyer-Herder, Nanako Oizumi, Tina Orlovskij, Mirjam Rast, Frederik Rauscher, Justus Ritter, Stephanie Schadeweg, Fania Sorel, Alexander Swoboda, Vanessa Ueberacher, Canan Venzky, Theresa Welge, Linus Wirth, Katharina Zerr, Simon Zigah, Lucca Züchner, Sören Zweiniger
Projektleitung: Mathilde Lehmann und Katharina Lackmann
Fassung und Postproduktion: Mathilde Lehmann
Dramaturgie: Katharina Lackmann
Videoabschnitt "Vor dem Schloss. Oboen." von Nanako Oizumi
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