Über mich

Nanako Oizumi studierte freie Kunst an der Tama Art University in Tokio, Japan. Nach ihrer Studienabschluss arbeitete sie zunächst als Assistentin der Bühnenbildnerin Rumi Matsui (2004-2008). Danach war sie freischaffende Künstlerin/ Bühnenbildnerin in verschiedenen öffentlichen Theatern und in der freien Szene Tokios (2008-2013). 2013 kam sie über das Program of Overseas Study for Upcoming Artists vom japanischen Kulturministerium nach Deutschland für einen einjährigen Arbeitsaufenthalt als Hospitantin/ Assistentin an den Münchner Kammerspielen. Es folgten weitere Erfahrungen als Assistenz am Theater Bremen und an der Ruhrtriennale. In dieser Zeit hat sie bereits mehrere Bühnenbild- und Kostümentwurfe für Repertoirrstücke vom Theater Bremen angefertigt. 

Seit 2020 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin/ Bühnen- und Kostümbildnerin. In Zusammenarbeit mit den Choreograf*innen wie Samir Akika, Yoshiko Waki und Jasmine Ellis hat sie am Theater Bremen, am Theater im Pumpenhaus in Münster sowie im Ausland (Polen, Norwegen, Südkorea) ihre Arbeit gezeigt. Für die „Cool-Japan“ Ausstellung am Übersee-Museum Bremen entwickelte sie die szenische Führung „Übersee-Zungen“ nach dem Roman „Das Bad“ von Yoko Tawada. 2022 bekam sieTakeHeart Residenz Förderung am Tanzhaus nrw fürs Projekt "Muttertasking". 2023 hat sie für ihre Materialforschung "Eine Bühne aus Metall und Papier" die Rechercheförderung des Fond für Darstellende Künste erhalten. Im Wintersemester 2025/26 absolvierte sie den Kurs "Praktische Informatil 1" an Universität Bremen, und im Sommersemester 2026 begann sie ihr neues Informatik Bachelorstudium an der Universität Bremen. 

Nanako Oizumi lebt in Bremen. 

 


 

Ideen, Motivation und Aspekt für die Zukunft

Meine künstlerische Arbeit ist geprägt von Wandel. Ich habe meinen Weg von der Bildenden Kunst in die Darstellenden Künste gefunden, habe mir die handwerklichen und konzeptionellen Grundlagen des Bühnen- und Kostümbilds angeeignet und mich in einem neuen Land – Deutschland – beruflich und persönlich neu orientiert. Diese Übergänge sind kein Zufall, sondern Teil meiner Arbeitsweise: Ich suche bewusst nach Veränderung, um meine Perspektiven und Fähigkeiten kontinuierlich zu erweitern. Wandel ist für mich nicht nur Mittel zum Zweck, sondern auch Ziel.

Im Theater habe ich einen zentralen Kern meiner Arbeit entdeckt: die Kunst der unmittelbaren Erfahrung. Gleichzeitig ist dort eine Frage entstanden, die mich nicht mehr loslässt: Warum machen alle Zuschauer*innen dieselbe Erfahrung? Warum bleibt das Publikum meist in einer passiven Rolle?

Diese Fragen markieren für mich den Ausgangspunkt einer neuen künstlerischen Richtung. Ich möchte Erfahrungsräume schaffen, egal mit oder ohne Performern/ Darstellern, in denen Besucher*innen nicht nur betrachten, sondern aktiv handeln – und in denen jede Erfahrung individuell verläuft.

Während der Pandemie habe ich erste digitale Theaterformate erlebt, die mit Interaktivität experimentierten. Zuschauer*innen konnten Entscheidungen treffen und damit den Verlauf einer Geschichte beeinflussen. Auch wenn diese Ansätze oft als temporäre Lösung verstanden wurden, haben sie in mir eine nachhaltige Faszination ausgelöst: die Möglichkeit, Präsenz, Digitalität und Interaktion miteinander zu verbinden.

Heute interessiert ich mich genau für diese Überschneidungen. Ich suche nach performativen Installationen, die live und körperlich erfahrbar sind – und zugleich durch digitale Systeme auf die Handlungen der Besucher*innen reagieren. Inspiration finde ich unter anderem bei dem Künstlerkollektiv teamLab, dessen immersive Räume zeigen, wie sich Wahrnehmung durch Interaktion verändern kann.

Mich reizt dabei nicht nur komplexe Technologie, sondern auch das Potenzial einfacher Mittel: ein Sensor, eine Projektion, eine Schnittstelle – kleine Eingriffe, die große Veränderungen in der Wahrnehmung erzeugen können. In dieser Reduktion sehe ich einen möglichen Schlüssel für neue Formen innerhalb der Darstellenden Künste.

Meine Arbeit bewegt sich damit zwischen Theater, Installation und digitalem Raum – auf der Suche nach Formen, in denen jede Begegnung einzigartig wird.

 

©Nanako oizumi

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